Das Wichtigste in Kürze
- Ein Schweizer Shop ohne TWINT verliert Bestellungen an der Kasse. Es ist das Zahlungsmittel, zu dem die meisten Schweizer Kunden am Handy greifen.
- TWINT ist kein Plugin, das man installiert. Es kommt über einen Zahlungsanbieter, der auch die Karten abwickelt, und der Anbieter bestimmt Gebühren, Auszahlung und Plugin.
- Testen Sie vor dem Livegang mit echten kleinen Bestellungen, inklusive einer Rückerstattung. Die Hälfte aller Zahlungsprobleme zeigt sich bei der Rückerstattung, nicht beim Kauf.
Warum TWINT nicht optional ist
Die meisten Schweizer Kunden haben TWINT auf dem Handy und nutzen es für alles vom Marktstand bis zur Parkuhr. An einer Kasse auf dem Handy ist der Unterschied zwischen «Mit TWINT bezahlen» und «Kartennummer eintippen» der Unterschied zwischen einer Bestellung und einem abgebrochenen Warenkorb.
Die zweite Erwartung, besonders im B2B und bei allen über vierzig, ist die Zahlung auf Rechnung. Ein Shop mit TWINT, Karten und Rechnung deckt fast alle Schweizer Kunden ab. Ein Shop nur mit Karten ist für ein anderes Land eingerichtet.
Wie TWINT in WooCommerce kommt
TWINT selbst bietet kein WooCommerce-Plugin an. Es wird als eine Zahlungsmethode innerhalb des Checkouts eines Zahlungsanbieters angeboten, neben Karten, PostFinance und dem Rest. Die Entscheidung ist also, welchen Anbieter Sie nutzen. Die, mit denen ich für Schweizer Shops arbeite:
| Anbieter | TWINT | Karten | Rechnung | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|
| Payrexx | ja | ja | über Partner | Schweizer Anbieter, einfache Einrichtung, gut für kleine Shops |
| Datatrans | ja | ja | über Partner | Schweizer Anbieter, bei grösseren Händlern verbreitet, mehr Konfiguration |
| Wallee | ja | ja | über Partner | Schweizer Anbieter, breite Methodenliste, solides WooCommerce-Plugin |
| Stripe | ja | ja | nein | international, ausgezeichnete Entwicklerwerkzeuge, TWINT in den letzten Jahren dazugekommen |
| PostFinance Checkout | ja | ja | über Partner | von PostFinance, unkompliziert, wenn Sie dort schon Kunde sind |
Die Gebühren unterscheiden sich nach Anbieter, Volumen und Methode, und sie ändern sich, also drucke ich hier keine Zahlen, die im Frühling falsch sind. Rechnen Sie mit einem Prozentsatz pro Transaktion plus einem kleinen Fixbetrag, und verlangen Sie vor der Unterschrift ein schriftliches Gebührenblatt.
Die Einrichtung, der Reihe nach
- Konto beim Anbieter eröffnen, auf den Namen des Betriebs, mit dem Bankkonto für die Auszahlung. Das dauert wegen der Identitätsprüfung Tage, nicht Minuten. Früh anfangen.
- TWINT aktivieren im Dashboard des Anbieters. Manche Anbieter verlangen einen separaten TWINT-Vertrag; der Anbieter kümmert sich darum.
- Das WooCommerce-Plugin des Anbieters installieren und mit den API-Schlüsseln verbinden. Zuerst im Testmodus.
- Den Zahlungsablauf wählen. Weiterleitung auf die gehostete Seite des Anbieters oder eingebettet in Ihren Checkout. Eingebettet sieht besser aus; gehostet ist einfacher und nie veraltet. Für kleine Shops empfehle ich meist gehostet.
- Bestellstatus konfigurieren. Eine bezahlte TWINT-Bestellung sollte von selbst auf «In Bearbeitung» wechseln. Eine Rechnungsbestellung bleibt auf «Wartend», bis Sie den Zahlungseingang bestätigen.
- Testbestellungen mit jeder Methode. Dann je eine aus WooCommerce zurückerstatten und prüfen, ob die Rückerstattung beim Anbieter und beim Kunden ankommt.
- Auf Live-Schlüssel umstellen und eine echte Bestellung mit dem eigenen Handy über einen kleinen Betrag machen. Zurückerstatten. Erst dann den Shop ankündigen.
Was im Checkout stimmen muss
- TWINT zuoberst auf dem Handy. Die Reihenfolge der Zahlungsmethoden zählt. Mobil TWINT oben; am Desktop dürfen die Karten vorangehen.
- Keine Überraschungsgebühren. Schweizer Kunden akzeptieren den Preis; sie akzeptieren keine Gebühr, die im letzten Schritt auftaucht.
- Rechnung mit klaren Bedingungen. «Zahlbar innert 30 Tagen, QR-Rechnung im Anhang» sagt einem B2B-Kunden alles, was er wissen muss.
- Bestell-E-Mails, die passen. Die Bestätigung sollte sagen, wie bezahlt wurde, und bei Rechnungsbestellungen die QR-Rechnung als PDF mitbringen.
Rechnung und QR-Rechnung
Seit 2022 hat die QR-Rechnung die orangen und roten Einzahlungsscheine abgelöst. Ein WooCommerce-Shop mit Rechnungszahlung sollte die QR-Rechnung automatisch erzeugen, an die Bestell-E-Mail und die PDF-Rechnung anhängen und die Zahlungen mit dem Kontoauszug abgleichen. Dafür gibt es Plugins; manche Zahlungsanbieter bieten die Rechnung auch als garantierte Methode an, bei der sie das Inkassorisiko gegen eine Gebühr übernehmen.
Für einen kleinen Shop mit wenigen B2B-Kunden reicht es, die QR-Rechnung selbst zu erzeugen und die Bank wöchentlich zu prüfen. Bei höherem Volumen spart die garantierte Variante Zeit und Ausfälle.
Häufige Fragen
Kann ich TWINT ohne Zahlungsanbieter anbieten?
Nicht in einem WooCommerce-Shop. TWINTs eigene Händlerprodukte decken Kassen und Zahlungslinks ab; für einen Online-Checkout geht es über einen Anbieter.
Welcher Anbieter ist am günstigsten?
Das hängt von Ihrem Volumen und der Warenkorbgrösse ab, und die Gebührenblätter ändern sich. Holen Sie bei zwei Anbietern eine schriftliche Offerte mit Ihren erwarteten Zahlen ein. Bei kleinen Shops zählt die Einfachheit der Einrichtung meist mehr als ein Zehntelprozent.
Funktioniert TWINT für Abos?
Nicht zuverlässig. Wiederkehrende Zahlungen sind eine Kartenfunktion. Wenn Sie Abos verkaufen, sind Karten die Hauptmethode und TWINT ist für Einzelkäufe.
Was, wenn ein Kunde mit TWINT bezahlt und die Bestellung scheitert?
Das Dashboard des Anbieters zeigt die Zahlung; die Bestellung lässt sich von Hand anlegen oder zurückerstatten. Das ist ein Grund, einen Anbieter mit klarem Dashboard und einer Support-Nummer zu wählen, die auf Deutsch antwortet.
Zwanzig Minuten am Telefon, eine schriftliche Offerte innert zwei Arbeitstagen.